Milben und Ekzeme bekämpfen

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Mit dem bloßen Auge sind sie nicht erkennbar. Trotzdem sind sie in nahezu allen Haushalten und Wohnungen wiederzufinden. Die Rede ist von den kleinen Spinnentieren, den Milben. 80-90% der in Haushalten entdeckten Milben gehören der Gattung der Hausstaubmilbe an. Milben sind winzig klein, bevorzugen eine feuchtwarme Umgebung und ernähren sich von menschlichen Hautschuppen. Da sie keinerlei Krankheiten übertragen, stellen sie für die meisten Menschen kein Problem dar. Ihre Ausscheidungen können aber unter Umständen zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz, einer laufenden Nase und anderen Beeinträchtigungen führen.

Um diese Reaktionen zu vermeiden gibt es einige wirksame Hausmittel. Heute zeige ich Dir wie Du mithilfe dieser Hausmittel und ein paar kleinen Tipps und Tricks Milben bekämpfen und Deinen Haushalt auf lange Sicht milbenfrei halten kannst.

Dass sich Milben im Haushalt ausbreiten, hat übrigens nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Du musst also, wenn Du Probleme mit Milben hast, nicht in einen Putzwahn verfallen oder Dich selbst zu hart in die Pflicht nehmen und Dir groß Gedanken über mangelnde Sauberkeit machen. Auch in einem gut gepflegten Haushalt können sich Milben einnisten.

Kratzen, jucken, beißen, brennen – Krätze (Skabies)

Unter bestimmten Umständen befallen Milben auch den menschlichen Organismus. Dabei graben die sogenannten Krätzmilben kleine Kanäle durch die Haut, um an das Gewebewasser des Körpers zu kommen, welches ihnen als Nahrungsquelle dient. Auf ihrem Weg dorthin hinterlassen sie Kot und Eier, welche sich in der Haut ablagern, diese reizen und irritieren. Äußerlich zeigt sich die Krätze, fachsprachlich Skabies, durch kleine Pusteln und Bläschen an der Hautoberfläche und erkennbaren rot-braunen Milbengängen, besonders an warmen und feuchten Körperstellen. Zudem stellt sich meist ein starker Juckreiz oder Brennen ein, welches bei starker Ausprägung den Betroffenen um den Schlaf bringen kann. Übertragen wird die Krätze bei längerem Hautkontakt, wie zum Beispiel dem Geschlechtsverkehr.

Zu schlaflosen Nächten kommt es jedoch meist nicht. Ein funktionierendes und gesundes Immunsystem verhindert in der Regel eine solch exzessive Ausprägung der Krätze. Normalerweise hält das Immunsystem die Anzahl der Milben im Zaum und schützt den Körper vor Krätze. Die entstandenen Hautreizungen verschwinden dadurch schnell von allein. Ist das Immunsystem jedoch von vornherein geschwächt, zum Beispiel durch eine HIV-Infektion, sollte die Krätze mit erhöhter Aufmerksamkeit begutachtet werden und gegebenenfalls ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden. Diese können Folgeerkrankungen verhindern und Einschränkungen vermeiden.

Milben bekämpfen effektiv und zielgerichtet durch diese 5 Hausmittel und Kniffe

Spezielle Milbensprays sind meist hochpreisig und zeigen nicht immer ein positives Ergebnis im Kampf gegen Milben. Oft reichen zur Milbenbekämpfung bereits folgende kleine Investitionen und Vorkehrungen.

1. Luftfeuchtigkeit und Temperatur absenken:

Milben sind anfällig für Temperaturen unter 20 Grad. Wenn es Dir möglich ist, halte Deine Raumtemperatur unterhalb dieser Schwelle, um den Milben das Leben schwer zu machen. Ebenfalls trägt eine geringere Luftfeuchtigkeit dazu bei, dem Milbenbefall entgegenzuwirken. Hierfür kannst Du regelmäßig Deine Räume intensiv lüften. Besonders Räume mit vielen Zimmerpflanzen oder Räume, die Du zum Trocknen Deiner Wäsche nutzt, solltest Du regelmäßig und gut belüften. Allerdings solltest Du die Luftfeuchtigkeit nicht zu drastisch reduzieren, da zu trockene Luft auch gesundheitliche Probleme und Hautreizungen nach sich ziehen kann.

2. Textilien regelmäßig waschen:

Wie anfangs erwähnt benötigen Milben ein feuchtwarmes Klima, um zu leben und sich zu vermehren. Dieses finden sie vorrangig in Betten und bei höherer Luftfeuchtigkeit auch auf anderen Textilien vor. Wasche also Deine Bettbezüge gerade bei wärmeren Temperaturen regelmäßig, da Du zu dieser Zeit vermehrt schwitzt und somit begünstigte Bedingungen für einen Milbenbefall schaffst. Milben reagieren auch auf starke Wärme allergisch. Es empfiehlt sich daher Bettbezüge bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad zu waschen und einen Desinfektionsspülmittel zu verwenden, welches neben Milben auch Bakterien und Viren abtötet. Bei starken allergischen Reaktionen ist ebenfalls eine antiallergische Schutzhülle, ein sogenannter Encaser, für die Matratze ratsam. Darüber hinaus sollte bei starken allergischen Reaktionen von natürlichen Füllungen, bezogen auf Matratze, Kissen und Decken, Abstand genommen werden. Auch andere Textilien, die befallen sein könnten, beispielsweise Gardinen, sollten in einem angemessenen Abstand gereinigt werden, um Milben zu bekämpfen. Rauminventar, welches sich nicht oder nur sehr mühsam reinigen lässt, kann alternativ auch einige Stunden in die Sonne gehängt oder gestellt werden. Hierbei werden die Milben nach ein paar Stunden durch die direkte trockene Wärme der Sonneneinstrahlung ebenfalls abgetötet.

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3. Staub in den eigenen vier Wänden reduzieren:

Milben bevorzugen ein staubiges Umfeld. Sorge also dafür, dass Du Deine Räume regelmäßig säuberst. Sauge und Wische regelmäßig und vermeide Staubfänger wie offene Regale oder offene Schränke, um zu verhindern, dass sich die Milben zum Beispiel in deinem Kleiderschrank ansiedeln. Klopfe Teppiche nach Möglichkeit draußen aus, gegebenenfalls mit langärmliger Kleidung und einer Atemschutzmaske, um Hautkontakt mit Milben und deren Kot zu vermeiden.

4. Teebaumöl als Allroundtalent verwenden:

Teebaumöl hat viele Talente. Eines davon ist es Milben zu bekämpfen. Fertige dazu einfach eine Mischung aus Teebaumöl und Wasser an. Fülle eine handelsübliche Sprühflasche mit einem Teebaumöl-Wasser-Gemisch, bestehend aus 30 ml Teebaumöl und Wasser. Vermenge das Öl durch Schütteln gut mit dem Wasser. Benetze anschließend Dein Bett und Deine Textilien mit der Mischung. Auch beim Wischen Deiner Böden kannst Du ein paar wenige Tropfen Teebaumöl in das Wischwasser geben, um Milben zusätzlich zu bekämpfen. Teebaumöl hat eine desinfizierende Wirkung und beseitig Mikroben wie Milben, Läuse und dergleichen. Es wirkt auch als Antibiotika, welches die Immunabwehr des Körpers auf natürliche Art und Weise steigert. Darüber hinaus wird Teebaumöl ein beruhigender und angenehmer Geruch nachgesagt.

5. Essigmixtur als langlebiges Mittel gegen Milben und Krätze:

Ist der Körper mit Krätze befallen, kann Essigwasser Abhilfe schaffen. Hierzu wird ein Gemisch bestehend aus zwei Dritteln Wasser und einem Drittel Essig angerührt. Die fertige Mixtur wird anschließend auf die Haut aufgetragen und verändert ihren Säurehaushalt. Für den eigenen Organismus ist diese Änderung vollkommen ungefährlich, sorgt aber durch den erhöhten Säuregehalt dafür, dass das Gewebewasser und die Haut an sich nicht mehr als Nahrungsquelle für Milben genutzt werden können. Infolgedessen sterben die Milben und deren Larven sukzessive ab und verschwinden nach einiger Zeit ganz. Bei starker Empfindlichkeit in Bezug auf Milben kann die Haut regelmäßig mit Essig behandelt werden, um ein stets leicht erhöhtes Säuremilieu aufrecht zu erhalten und so die Wiederkehr von Krätze und Milben zu verhindern. Auch Haustiere wie Hunde, Katzen, Nagetiere oder Vögel können problemlos mit einer Wasser-Essig-Tinktur gegen verschiedene Arten von Milben behandelt werden. Jedoch sollte Essig stets vorsichtig und individuell dosiert eingesetzt werden, da Essigsäure bei intensiver Nutzung auch die Haut angreifen kann. Wenn man häufig Essigmixturen nutzt, ist es zudem ratsam die Haut mit Pflegecremes zu behandeln.


Quellen: 

Hiepe, Theodor (Hrsg.); Lucius, Richard (Hrsg.); Gottstein, Bruno (Hrsg.): Allgemeine Parasitologie. Mit den Grundzügen der Immunologie, Diagnostik und Bekämpfung. MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG, Stuttgart: 2006
Wolf, Sascha: Milben – Pollen – Hausstaub. Wer leidet sucht nach Lösungen. C.H. BECK oHG, München: 2017

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