Kranke Kinder und Kinderkrankheiten

Mein Kind ist krank - was nun?

Eins muss man deutlich sagen: wenn es Kindern schlecht geht, brauchen sie dringend Hilfe, nicht nur vom Arzt. Zugegeben: Es kommt vor, dass man sich heimlich fragt, ob die Bauch- oder Kopfschmerzen denn wirklich so schlimm sein können, wie sie geschildert werden - vor allem am Montag morgen, wenn die Schule ruft und das Kind müde und unwillig darüber mault, dass es jetzt eigentlich lieber schlafen oder spielen möchte.

Die Beschwerden nicht ernst zu nehmen, wäre dennoch falsch, denn bei Kindern setzen sie tatsächlich häufig plötzlich ein, inklusive Fieber. Die Tatsache, dass das Kind vor einer Stunde noch munter und fit war, heißt nicht, dass es sich plötzlich auftretende Schmerzen nur einbildet. Und davon abgesehen: Kinder reagieren sehr sensibel auf Konflikte, Ängste und Sorgen. Auch wenn vom Arzt keine Ursache für die Bauchschmerzen gefunden werden kann, heißt das nicht, dass sie nicht existieren. Die Ursache ist dann einfach nur nicht organisch.

Nun weiß jeder, der Kinder hat, dass die lieben Kleinen sehr genau wissen, mit welchem Verhalten sie welche Reaktion hervorrufen. Es ist also durchaus möglich, dass die beschriebenen Beschwerden als Vorwand genutzt werden, um eine unangenehme Situation zu vermeiden, wie eben den Schulbesuch am Montag morgen. Hier empfiehlt es sich, unauffällig zu überprüfen, ob es wirklich so schlimm ist, wie es scheint. Bei Bauchschmerzen ist das recht einfach: auf das Angebot, lecker Pfannkuchen zu essen, wird ein Bauchschmerz-geplagtes Kind eher nicht eingehen...

Grundsätzlich ist es wichtig, Schmerzen und Unwohlsein bei einem Kind ernst zu nehmen. Nicht immer ist ein Gang zum Arzt nötig, möglich oder angeraten. Im Gegenteil ist die Sorge, sich in der Kinderarztpraxis noch mit weiteren Erkrankungen anzustecken, absolut berechtigt. Für diese Fälle gibt es mittlerweile und glücklicherweise Videosprechstunden. Hier kann man nachfragen, Symptome beschreiben und in Ruhe abklären, ob ein persönlicher Besuch in der Praxis notwendig ist. Gerade bei Kindern ist man immer gut beraten, sich ärztlichen Rat zu holen. Dass das kontaktlos von zu Hause aus möglich ist, ist, wie ich als Mama absolut bestätigen kann, eine sehr große Erleichterung.

Ist das Kind dann einmal zu Hause, braucht es vor allem eins: ganz viel Zuneigung. Streicheln, vorlesen, da sein - alles was dem Kind ein Gefühl der Zuversicht und Sicherheit vermittelt, hilft enorm bei der Genesung. Auch wenn Du Dir große Sorgen machst, eigentlich ganz dringend arbeiten musst oder die To-Do-Liste laut nach Dir ruft: jetzt musst Du Dir Zeit für Dein Kind nehmen, Zuversicht vermitteltn und ihm nicht durch Gereiztheit signalisieren, dass Du dafür jetzt eigentlich gar keine Zeit hast. Für alle, denen das trotzdem schon passiert ist: geht mir genauso. Falsch ist es trotzdem und da man die Vergangenheit nicht verändern kann, heißt es nur: in Zukunft einfach besser machen.

Was braucht ein krankes Kind?

Neben der erwähnten Zuneigung empfiehlt es sich grundsätzlich, einige Hausmittel stets parat zu haben, dazu zählen unter anderem:

  • Fiebersenkende Mittel
  • Nasenspray
  • Hustensaft
  • Lutschtabletten
  • Tee

Erzwingen sollte man jedoch auch hier nichts. Es gibt durchaus Kinder, die Nasenspray hassen, jeden Hustensaft eklig finden und Lutschtabletten direkt zerbeissen. In diesen Fällen darf man gern kreativ werden. Mein Kind will bei starkem Schnupfen zum Beispiel am liebsten einen nassen Lappen, der ein kleines bisschen nach Eukalyptus riecht. Mit Nasenspray brauch ich gar nicht erst anzukommen. Mitunter hilft es auch, einer gewöhnlichen Salbe heilende Wirkung zuzusprechen. Der Glaube daran, dass Mama, Papa (oder eine andere liebevolle Bezugsperson) weiß, was sie tut und das eincremen hilft, reicht manchmal schon aus, um ein wenig Linderung zu verschaffen. Als sehr angenehm empfinden es die Kleinen ohnehin, wenn sie sanft massiert und eingecremt werden.

Fieber senken mit Bedacht

Mit Fieber reagiert der Körper auf einen Erreger und versucht, ihn zu bekämpfen. Bei großer Hitze können sich Bakterien und Viren nicht optimal vermehren, daher stellt Fieber eine wichtige Abwehrreaktion des Körpers dar und sollte nicht sofort gesenkt werden. Gerade Kinder haben nicht selten erhöhte Temperatur oder leichtes Fieber, was sie unter anderem davon abhält, wie wild durch die Gegend zu rennen. Bekämpft man jedes Fieber sofort mit Medikamenten, nimmt man nicht nur dem Körper eine wichtige Abwehrreaktion, sondern sorgt auch dafür, dass die Kinder sich gesunder fühlen, als sie sind und sich in der Folge überanstrengen.

Wichtig ist vor allem, sehr genau im Auge zu behalten, wie sich der weitere Verlauf gestaltet. Das heißt konkret: regelmäßig Fieber messen. Am aussagekräftigsten sind hier rektale Messungen, die viele Kinder jedoch als äußerst unangenehm empfinden. Geh hier bitte ganz behutsam vor und erklär Deinem Kind, was Du machst und warum. Wenn es sich trotzdem wehrt, weint und zappelt: lass es bitte bleiben. Nutze alternativ ein Fieberthermometer für das Ohr, auch wenn die Ergebnisse hier nicht so genau sind und wende Dich notfalls an einen Arzt. Keinesfalls solltest Du in irgendeiner Form Gewalt anwenden - auch nicht nur ein bisschen.

Folgende Maßnahmen solltest Du bei Fieber stets beachten:

  1. Viel trinken: Durch erhöhte Temperatur und Fieber verlieren Kinder viel Flüssigkeit, die sie wieder aufnehmen müssen. Biete daher regelmäßig (z. B. im Halbstunden-Takt) Wasser oder Tee an und bleib auch hier geduldig. Lieber öfter ein paar kleine Schlucke als gar nichts.
  2. Bettruhe: Dein Kind sollte sich jetzt dringend ausruhen. Vorlesen, Hörspiele oder Streicheln hilft dabei sehr.
  3. Essen: Zwing Dein Kind bitte nicht, etwas zu essen. Auch wenn Du Dir noch solche Mühe mit einer leicht verdaulichen Suppe gemacht hast: wenn es partout nichts essen will, lass es ruhig, versuch es mit etwas Kompott oder später noch einmal.
  4. Wäsche wechseln: Handtücher und Bettwäsche solltest Du häufig wechseln.
  5. Frische Luft: lüfte das Zimmer regelmäßig (natürlich, nachdem Du Dein Kind gut zugedeckt hast bzw. wenn es sich in einem anderen Raum, zum Beispiel dem Badezimmer aufhält)

Vorsicht Kinderkrankheiten

Als Kinderkrankheiten werden bestimmte, schwer wiegende Erkrankungen bezeichnet, die immer sofort ärztlich behandelt werden müssen, da sie schwerwiegende (im schlimmsten Fall tödliche) Verläufe nach sich ziehen können. Auch Folgeschäden können auf Jahre Beschwerden verursachen. Wichtig vor allem: sie sind hochansteckend. Hierzu zählen vor allem:

  • Röteln
  • Windpocken
  • Masern

Die meisten Kinderkrankheiten werden durch Viren ausgelöst und können daher nicht mit Antibiotika behandelt werden. Ein Schutz besteht hier vor allem in einer enstprechenden Impfung. Welche Impfungen es gibt und welche Deine Kind benötigt, erfährst Du bei einem Kinderarzt, den Du ganz unkompliziert online buchen oder im Rahmen einer Videosprechstunde ausführlich dazu befragen kannst und solltest.

Bitte beachte, dass alle Informationen für diesen Beitrag sorgfältig recherchiert wurden, jedoch keine fachärztliche Beratung oder Behandlung ersetzen und nicht dazu genutzt werden dürfen, selbst eine Diagnose zu erstellen oder eine Behandlung zu beginnen. Bitte wende Dich bei Verdacht auf Asthma oder Fragen zur Therapie und Medikation an einen Arzt. Dazu kannst Du ganz einfach online einen Termin für eine Videosprechstunde bei einem Facharzt oder einen persönlichen Arztbesuch in der Praxis Deiner Wahl buchen.


Quellen: 

Kinderärzte im Netz: Kinderkrankheiten A-Z [14.11.2020]
Infektionsschutz: Kinderkrankheiten [14.11.2020]
Kindergesundheit-info: Fieber bei Babys und Kleinkindern [14.11.2020]

 

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