Corona-Geschichten: Wahlheimat Marokko


Inhaltsverzeichnis

  1. Drei Fragen – eine Geschichte
  2. Quiz-Frage des Tages
  3. Corona: Gute Quellen
  4. In eigener Sache: Die Videosprechstunde

Desinfektionsmittel: Draufsprühen, einwirken lassen und 99 % der krankmachenden Viren und Bakterien sind verschwunden. So steht es auf der Verpackung, direkt neben dem dringenden Hinweis, bei versehentlichem Verschlucken sofort ärztliche Hilfe zu holen. Auch die Giftzentrale im US-Bundesstaat Illinois ist in solchen Fällen ein geeigneter Ansprechpartner. Ende April 2020 verzeichnete sie plötzlich deutlich mehr Anrufe, die alle Eines gemeinsam hatten: sie hingen mit Reinigungsmitteln zusammen. Da hatten Menschen unter anderem versucht, mit toxischen Mischungen aus Bleichmittel und Mundwasser das Coronavirus Sars-CoV-2 totzugurgeln. Was war der Grund? Schon wieder Fake News? In diesem Fall nicht. Vorausgegangen war eine Pressekonferenz, in deren Verlauf der US-amerikanische Präsidenten Donald Trump laut darüber nachdachte, ob man Desinfektionsmittel nicht einfach spritzen könne, um den Virus aufzuhalten. Es scheint absurd, es so deutlich sagen zu  müssen aber: Nein, das kann man nicht. 
Wie wir an diesem Beispiel sehen, muss der Kampf gegen Fake News auf vielen Ebenen ausgetragen werden. Die sozialen Netzwerke bilden eine davon und so stimmt es hoffnungsvoll, zu wissen, dass der Kurznachrichtendienst Twitter bereits seit einigen Wochen dubiose Corona-Nachrichtigen löscht – egal ob sie von Ingrid aus dem Nachbarhaus stammen oder vom brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Auch das Internationale Rote Kreuz geht neue Wege und hat sich im Kampf gegen Fake News mit rund 30 Influencern verbündet. Jede Woche wird über ihre Kanäle eine Falschmeldung aufgegriffen und bei insgesamt 2 Millionen Followern stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Richtigstellung gar nicht schlecht. Das stimmt vorsichtig optimistisch. Neue Wege eröffnen eben immer auch neue Möglichkeiten, auch wenn man am Anfang nicht weiß, wohin sie gehen. Unsere Leserin Ina S. haben sie bis nach Afrika geführt, wo sie derzeit miterlebt, wie Marokko die Pandemie bewältigt. Ihre spannende Geschichte erzählt sie uns nun.

Drei Fragen – eine Geschichte

Wahlheimat Marokko: Ina, 43 S., lebt und unterrichtet seit einiger Zeit in Afrika.

Wie erleben Sie Corona?

Ich erlebe Corona in meiner Wahlheimat Tanger in Marokko. Seit dem 16. März ist hier Ausgangssperre, heißt tagsüber nur notwendige Erledigungen im allerengsten Umkreis der Wohnung und ab 18 Uhr auch geschlossene Lebensmittelläden. Ein eigenartiger Zustand in einem Land, in dem der Abend die geschäftigste Zeit des Tages ist.

Die Ausgangssperre wird sehr gut von Polizei und teils Militär überwacht. Deren Präsenz fühlt sich aber nicht einschüchternd an; ich empfinde das eher als beruhigend. Da die Marokkaner Anweisungen eher subjektiv auslegen, bin ich ganz froh darüber, dass der Staat sehr schnell das Heft übernommen hat und das so regelt. Ich bin wirklich erstaunt, wie gut und zeitnah die direkten Krisenmaßnahmen in einem sonst eher chaotisch anmutenden Land angelaufen sind. So kommt beispielsweise seit Beginn der Ausgangssperre regelmäßig ein Beamter durch den Kiez, um gleich für diejenigen Sondergenehmigungen abzustempeln, die unaufschiebbare Erledigungen haben oder zur Arbeit müssen. Gleich am Tag nach der Verkündung der Ausgangssperre lief auch die Verköstigung der Straßenkinder und das Verteilen großer Lebensmittelkisten an die ärmere Bevölkerung an. Ab und zu kommt auch mal das Gesundsheitsamt bei den Straßenkindern im Kiez nach dem Rechten schauen.

Da ich über das Internet arbeite, habe ich keine Geldsorgen, worüber ich unermesslich froh bin. Ich kann das Land aufgrund der geschlossenen Grenzen nicht verlassen und bin darauf angewiesen, weiter zu verdienen - die Sprachschulen, an denen ich in Tanger arbeite, sind und bleiben geschlossen.

Was macht diese Zeit für Sie besonders?

Ich mache zum ersten Mal in meinem Leben Sport! Ich habe Home Workouts auf YouTube für mich entdeckt. Dazu ist die sonst so verpestete und wahnsinnig laute Innenstadt Tangers gerade so still, dass ich morgens die Vögel und nachts die Grillen höre. Diesbezüglich habe ich so gar keine Lust, zur "Normalität" zurückzukehren.
Auch die permanent kochenden marokkanischen Nachbarinnen machen diese Zeit besonders. Es werden mir ständig allerlei Köstlichkeiten über den Balkon gereicht :)

Da wir mittlerweile im zweiten Monat der Ausgangssperre sind, habe ich auch schlechte Tage. Wenn aber nicht, dann empfinde ich diese Isolation und Ruhe vor äußeren Verpflichtungen als sehr angenehm. Endlich mal Zeit, die Dinge so richtig in Ruhe zu überdenken, da so viel weniger Ablenkung vorhanden ist und sich dem hier und da schon ewig zu Hause liegen gebliebenen zu widmen - ohne Termin im Nacken :)

Was möchten Sie anderen Menschen mit auf den Weg geben?

Ich finde es wichtig, die erzwungene Entschleunigung für etwas zu nutzen, was für den jeweiligen Menschen sinnvoll ist. Also nicht den ganzen Tag Netflix, sondern sich vielleicht auf etwas besinnen, was man mal gern getan hat, aber aufgrund der Hektik des Alltags ganz vergessen hatte, oder etwas Neues zu lernen. Denn dann ist dieser erzwungene Stillstand am Ende gar kein Stillstand gewesen....

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ina für ihre Geschichte.

Möchten auch Sie Ihre persönlichen Corona-Erfahrungen mit uns und der Welt teilen? Dann schreiben Sie uns gern eine E-mail an blog@samedi.de.

Nach diesem kleinen Ausflug in den Corona-Alltag, haben wir nun noch eine andere Kleinigkeit für Sie vorbereitet: 

Quiz-Frage des Tages

Gute Nahrung braucht das Hirn und freut sich über Abwechslung. Hier unser Hirn-Bonbon:

Nach dieser interessanten Erkenntnis möchten wir Ihnen abschließend einige seriöse Quellen mit auf den Weg geben.

Corona: Gute Quellen

In eigener Sache: Die Videosprechstunde

Seit 2008 erarbeiten wir als samedi GmbH professionelle Softwarelösungen für Ärzte, Kliniken und medizinische Versorgungszentren. Dank hochsicherer Verschlüsselungstechnologie entsprechen alle von uns entwickelten Produkte höchsten Sicherheitsstandards und sind selbstverständlich DSGVO-konform.
Als Patient*in stehen Ihnen sowohl die Online-Terminvereinbarung als auch die Nutzung der KBV-zertifizierten Videosprechstunde kostenlos zur Verfügung.


Quellen: 

Tagesschau. Rohwedder, Wulf (2020, 24. April): Sommer, Sonne – und Spritzen? [13.05.2020]
RND. (2020, 26. April): Desinfektionsmittel gegen Corona: Deutlich mehr Giftnotrufe nach Trump-Vorschlag. [13.05.2020]
Tagesschau. (2020, 12. Mai): Twitter kennzeichnet Falschinformationen. [13.05.2020]
W&V. (2020, 06. Mai): Influencer im Kampf gegen Corona-Fakenews. [13.05.2020]

 

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