Corona-Geschichten: Schulkind, Arbeit und Familie


Inhaltsverzeichnis

  1. Drei Fragen – eine Geschichte
  2. Quiz-Frage des Tages
  3. Corona: Gute Quellen
  4. In eigener Sache: Die Videosprechstunde

Endlich wieder freier sein - denken sich viele Menschen nun, da die ersten Lockerungen der strengen Corona-Maßnahmen angekündigt sind oder bereits greifen. Auf ins Geschäft, auf den Spielplatz oder nach Meck Pom - so sehen die Aussichten für die nächsten Tage aus. Also alles gut soweit? Das bezweifeln nicht nur Virologen. Auch die Bundeskanzlerin mahnt zur Vorsicht und vor allzu eifrigem Vorpreschen einzelner Bundesländer. Die Befürchtung, eine zweite Infektionswelle könnte erneut zum Lockdown führen, steht direkt neben der hoffnungsvollen Aussicht auf Lockerungen. Wie es aussieht, wenn eine zweite und dritte Welle die Massen ergreifen, kann man aktuell in Hongkong und Singapur beobachten und auch bei uns werden sie sich wohl nicht allein durch das Tragen von Gesichtsmasken verhindern lassen - vor allem wenn sich dadurch ein Sicherheitsgefühl einstellt, das nicht gerechtfertigt ist. Verpflichtend sind Gesichtsmasken ohnehin nicht überall und selbst wenn: wer kann und soll das Tragen überwachen? Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) jedenfalls nicht, wie sie bereits angekündigt haben. Die Sicherheitsabstände auf Spielplätzen zu kontrollieren, wird ebenfalls nicht möglich sein. Zumindest nicht in Berlin, wo sie ab 30.4. endlich wieder von all den kleinen Energiebündeln zum hüpfen, klettern, schaukeln und spielen genutzt werden dürfen. Lange und sehnsüchtig genug haben sie ja darauf gewartet. Hoffen wir also auf unsere Vernunft. Wieviel davon vorhanden ist, kann man am besten bei sich selbst überprüfen und im Zweifelsfall regulierend eingreifen. Trial and Error nennt der Angelsachse das gegenwärtige Vorgehen und meint damit, so lange verschiedene Lösungswege zu gehen, bis das Problem gelöst ist. Versuch und Irrtum sagt man dazu auf  deutsch und meint damit schlichtweg: ausprobieren. Versuch macht eben kluch. Die nötige Portion Optimismus sollten wir uns dabei weiterhin bewahren. Wie gut Ihnen, liebe Leser*innen, das gelingt, können Sie gern mit uns und der Welt teilen. Schreiben Sie uns dazu einfach eine Mail an blog@samedi.de, so wie unsere Leser-Familie aus Wittenberge, die uns heute aus ihrem Corona-Alltag erzählt.

Drei Fragen – eine Geschichte

Schulkind, Arbeit und Familie: eine kleine Familie aus Wittenberge erzählt.

Wie erleben Sie Corona?

Wir leben zu viert, eine kleine Familie mit einem 11-jährigen Kind und einer Katze. Als die Schulen geschlossen wurden, waren wir noch ganz entspannt. Denn man hat sich vorgenommen, einfach mal liegen gebliebenes aufzuholen und die Schularbeiten in Ruhe und ohne Druck zu erledigen. Diese Entspannungsphase hielt drei Tage... nun kamen regelmäßig Aufgaben der Lehrer. Von jetzt auf gleich Homeschooling ist auf keinen Fall enstpannend. Die erste Hürde war: kein Drucker im Haus. Wie sollen wir, z.B. die Arbeitsblätter ausdrucken. Zweite Hürde: Wir dürfen beide noch Volltags arbeiten gehen und was machen wir mit unserem Kind? Wir gehören beide nicht zu den Berufsgruppen, wo das Recht auf Sonderbetreuung gilt und ins Homeoffice dürfen wir leider beide nicht. Und ein Fünftklässer im Selbststudium... das ist definitiv nicht einfach. Wir haben uns arrangiert. Unser Kind darf mit zu Papa ins Büro, ein ziehmlich langer Tag, aber in der ersten Phase noch sehr abenteuerlich. Die Schulaufgaben sind für beide Seiten eine große Herausforderung. Und nein, in der 5. Klasse kann es sich nicht alles selbst erarbeiten und im Internet komplett alleine recherchieren, um Aufgabenkomplexe zu lösen. Im Hinterkopf zu haben, es geht nicht nur uns so... dass hilft enorm.
Und es sind ja nicht nur die Schulaufgaben zu meistern, es sind die Ängste, was drumherum passiert. Das Glücksgefühl noch sind alle gesund, wir schaffen das schon und doch wieder Existenzängste. Wie geht es weiter? Kurzarbeit kommt auf uns beide zu, was ist mit den eigenen Eltern, die enorm unter der Quarantäne zu Hause leiden. Und irgendwie verändert sich gerade alles... das Einkaufsverhalten gezwungenermaßen, der gewohnte Alltagsablauf... alles ist nicht mehr so, wie es vor ein paar Wochen noch war. Und ganz ehrlich, ich muss gestehen, dass ich es noch ganz gut finde, dass alle Termine erstmal ausgesetzt wurden. Zwar werden wir gezwungen, Kontakte zu meiden und alles Geplante abzusagen, aber es tut auch mal gut, keinen Termindruck, keine Hetzerei und keine tausend Wege zu haben, weil es jetzt einfach nicht geht. Und das Beruhigende: Wir sind kein Einzelfall, es geht uns allen so. Wir sitzen alle im selben Boot. Das ist sehr beruhigend zu wissen, gerade wenn die Panik „wie soll das alles nur weitergehen“ überhand nehmen will.

Was macht diese Zeit für Sie besonders?

Die Familie rückt näher zusammen. Wir denken über viele Dinge jetzt aus einem ganz anderen Blickwinkel nach. Vor allem, was können wir ändern, wenn der normale Alltag wieder losgeht. Wie können wir uns diese Hetzerei ersparen und wo können wir mehr Ruhe reinbringen, auch für uns. Was muss wirklich sein und auf was können wir verzichten, weil es nur Stress bedeutet.
Die menschlichen Werte sind wichtig und es ist unsere Pflicht, etwas für uns, die Mitmenschen und unsere Umwelt zu tun. Wir müssen sorgfältiger mit allem umgehen. Es ist unsere Welt und die Welt unserer Kinder. Dazu muss ich nicht immer die schlimmsten und elendigsten Fotos posten oder mir anschauen, um zu zeigen, wie schlecht es um uns steht. Nein, dass Positive muss die Oberhand gewinnen. Die kleinen Dinge, die wir selbst verändern, diese können uns stolz machen und das müssen wir mehr in den Fokus stellen. Und ausgerechnet diese Zeit lenkt mich auf diese Sichtweise, weil ich jetzt mehr Zeit habe, zum Innehalten... Neben den neu entstandenen Problemen, wie Homeschooling ;-) oder dass meinem Kind so langsam die Decke auf den Kopf fällt.

Was möchten Sie anderen Menschen mit auf den Weg geben?

Machen Sie gemeinsam das beste draus. Ich muss immer wieder daran denken: Kinder erinnern sich später nicht zurück, was sie von den Lehrern alles für Aufgaben wegen der Corona-Zeit bekommen haben, sondern daran, wie sie die Zeit mit ihren Eltern/ Familie verbracht haben. Schaffen sie Zeit für gemeinsame Aktivitäten. Natürlich geht es nicht den ganzen Tag. Aber es gibt immer ein mögliches Zeitfenster. Zur Zeit darf ich mit meinem Kind Federball spielen und ich kann ihnen sagen, wir werden von Tag zu Tag besser. Wir gehen spazieren, wenn auch nur 10 Minuten, aber beim Spazieren werfen wir uns den Ball zu. Natürlich hat ein Kind mit 11 keine Lust auf einen Spaziergang aber ein Spaziergang, wo man verschiedene Wurftechniken ausprobieren kann, ist dann doch interessant.

Und zum Schluss möchte ich noch sagen, jeder entscheidet selbst, ob er gestärkt aus der Krise geht oder ob er es zulässt, dass diese Zeit das eigene Leben zerstört. In jeder Krise steckt eine Chance... diese müssen wir nur sehen und nutzen. Passen gut auf sich auf!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unser Leser-Familie für ihre Geschichte.

Nach diesem kleinen Ausflug in den Corona-Alltag, haben wir nun noch eine andere Kleinigkeit für Sie vorbereitet: 

Quiz-Frage des Tages

Das Hirn braucht gute Nahrung, haben wir uns gedacht und Ihnen darum eine kleine Frage des Tages zubereitet. Lasen Sie es sich schmecken!

Quelle: Berliner Morgenpost. (2005, 05. September): Lachen stärkt Immunsystem. [24.04.2020]

Nach dieser interessanten Erkenntnis möchten wir Ihnen nun einige seriöse Quellen mit auf den Weg geben.

Corona: Gute Quellen

In eigener Sache: Die Videosprechstunde

Seit 2008 erarbeiten wir als samedi GmbH professionelle Softwarelösungen für Ärzte, Kliniken und medizinische Versorgungszentren. Dank hochsicherer Verschlüsselungstechnologie entsprechen alle von uns entwickelten Produkte höchsten Sicherheitsstandards und sind selbstverständlich DSGVO-konform.
Als Patient*in stehen Ihnen sowohl die Online-Terminvereinbarung als auch die Nutzung der KBV-zertifizierten Videosprechstunde kostenlos zur Verfügung.


Quellen: 

Capital. Bolten, Götz (2016, 17. Mai): Hongkongs Kampf mit der zweiten Infektionswelle. [24.04.2020]

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