Asthma

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Bitte beachte, dass alle Informationen auf dieser Seite sorgfältig recherchiert wurden, jedoch keine fachärztliche Beratung oder Behandlung ersetzen und nicht dazu genutzt werden dürfen, selbst eine Diagnose zu erstellen oder eine Behandlung zu beginnen. Bitte wende Dich bei Verdacht auf Asthma oder Fragen zur Therapie und Medikation an einen Arzt. Dazu kannst Du ganz einfach online einen Termin für eine Videosprechstunde bei einem Facharzt oder einen persönlichen Arztbesuch in der Praxis Deiner Wahl buchen.

Was ist Asthma? 

Beim Asthma handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der unteren Atemwege, die etwa 100 Millionen Patienten weltweit betrifft. Die Bronchien reagieren dabei überempfindlich auf verschiedene Auslöser, was als „bronchiale Hyperreagibilität” bezeichnet wird und zu einer chronischen Entzündung der Bronchien führt. Die Beschwerden werden bei vielen Asthmatikern von einem Gefühl der „Beklemmung“ begleitet, was zugleich die deutsche Übersetzung des griechischen Worts „Asthma“ ist. Abhängig vom Schweregrad unterscheiden Mediziner vier Krankheitsstufen – von leicht und gelegentlich (1), über leicht und anhaltend (2), mittelschwer und anhaltend (3) bis schwer und anhaltend (4).   

Asthma: Symptome

Asthmatische Beschwerden werden von einer Überreaktion der Bronchien auf einen auslösenden Reiz hervorgerufen. Dabei verengen sie sich plötzlich krampfartig, schwellen an und produzieren viel zu viel zähen Schleim. Die Folge sind die für Asthma typischen Symptome, die oft anfallsartig auftreten: 

  • Kurzatmigkeit
  • Luftnot (oft nachts und am frühen Morgen) 
  • Schwierigkeiten beim Atmen (vor allem beim Ausatmen)
  • pfeifende, brummende Atmung
  • Reizhusten (mit oder ohne zähen Schleim) 
  • Engegefühl in der Brust

Bei plötzlich auftretenden, heftigen Beschwerden, die mit Luftnot einhergehen, spricht man von einem Asthma-Anfall, der sofort medizinisch behandelt werden muss (entweder durch die mitgeführten Medikamente oder durch einen Arzt). 

Um sich ein eigenes Bild von den Beschwerden eines Asthmatikers zu machen, hilft folgender Selbstversuch: Man nehme dazu einen Strohhalm und atme allein durch diesen dünnen Halm. Das gelingt beim Einatmen noch einigermaßen gut, fällt beim Ausatmen jedoch schon in Ruhe sehr schwer und gelingt z. B. bei beschleunigter Atmung überhaupt nicht mehr.  

Glücklicherweise haben Asthmatiker nicht durchgehend mit ihren Beschwerden zu kämpfen, es gibt auch beschwerdefreie bzw. beschwerde-arme Abschnitte. Zwar sind die Atemwege beim Asthma stets entzündungs- und abwehrbereit, doch erst der Kontakt mit einem Auslöser verursacht die Beschwerden. 

Grundsätzlich gilt für Asthma: je früher die Symptome ernst genommen und von einem Arzt untersucht werden, desto besser. Vor allem bei Kindern wird das sogenannte Anstrengungsasthma oft als fehlende Kondition fehlgedeutet, weil es nur im Sportunterricht auftritt. Wenn Du also bei Dir oder Deinem Kind typische Symptome entdeckst, lass diese von einem Arzt abklären. Für ein erstes Gespräch kannst Du dazu ganz einfach online eine Videosprechstunde buchen. Klarheit aus dem Wohnzimmer – einfacher geht es kaum.  

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Ursachen    

Die unteren Atemwege (Bronchien, Bronchiolen) sind bei Asthmatikern chronisch entzündet und in ständiger Alarmbereitschaft. Auf ursprünglich harmlose Reize reagieren sie daher mit einer drastischen Abwehrreaktion, aus der die typischen Asthma-Symptome resultieren. 

Risikofaktoren 

Im Rahmen der Diagnosestellung werden bestimmte Risiko-Faktoren erfragt, die meist auf ein allergisches Asthma hinweisen. Hierzu zählen:  

  • familiäre Häufung von Asthma und Allergien wie Heuschnupfen oder Neurodermitis (atopische Dermatitis) 
  • Allergien schon im Kindesalter 
  • rauchende Eltern 
  • bei Geburt Untergewicht
  • früh abgestillt
  • übermäßige Hygiene
  • häufige Infekte

Asthma-Formen und ihre Auslöser: Allergisch, nicht-allergisch oder gemischt? 

Abhängig vom auslösenden Reiz werden verschiedene Asthmaformen unterschieden:  

Allergisches (extrinsisches) Asthma

Auslöser für diese Asthma-Form sind sogenannte Allergene – also ursprünglich harmlose Stoffe, die der Körper als fremd einstuft und angreift. Allergisches Asthma beginnt oft bereits in der Kindheit bzw. im Jugendalter und ist genetisch bedingt. Typische Allergene sind:  

  • Tierhaare, Vogelfedern
  • Pollen von Gräsern und Bäumen
  • Kot von Hausstaubmilben
  • Schimmelpilz-Sporen
  • Nahrungsmittel

Zum allergischen Asthma zählt beispielsweise das saisonale Asthma. Ursache hierfür ist eine Allergie gegen bestimmte Pollen, entsprechend leiden unter dieser Form oft Heuschnupfen-Patienten nach einem sog. „Etagenwechsel“ von den oberen in die unteren Atemwege. Neben Heuschnupfen-Symptomen treten dann auch typische asthmatische Beschwerden auf.  

Nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma 

Diese Asthma-Form beginnt meist relativ spät im Leben, oft erst mit Ende 40. Typisch ist ein plötzliches Auftreten nach einer Virus-Infektion der Atemwege. Der Verlauf ist meist schon zu Beginn schwer und fast immer von einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen begleitet. Später entstehen oft Wucherungen in der Nasenschleimhaus (nasale Polyposis), die die Nasenatmung erheblich beeinträchtigen können. Zu den Auslösern von nicht-allergischem Asthma zählen:

Ein Beispiel für dieser Asthma-Form ist das sogenannte Analgetika-Asthma, das durch bestimmte Schmerzmittel (Analgetika) ausgelöst wird. Hierzu zählt z. B. Acetylsalicysläure (ASS), der Hauptbestandteil von Aspirin. 

Gemischtförmiges Asthma 

Hierbei handelt es sich um Mischformen aus allergischem und nicht-allergischem Asthma. Alle Asthma-Formen können durch unspezifische Reize ausgelöst werden, hierzu zählen: 

  • kalte Luft
  • Nebel
  • Rauch
  • Parfüm
  • körperliche Anstrengung
  • psychische Belastung wie Stress
  • Abgase

Untersuchung und Diagnose: Habe ich Asthma?  

Um eine Asthma-Diagnose zu stellen, werden verschiedene Untersuchungen vorgenommen, v.a.: 

  • ausführliche Anamnese (zur eigenen Krankheitsgeschichte und der der Familie)  
  • körperliche Untersuchung
  • Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie und Peak-Flow-Messung)
  • Allergie-Tests

Therapie: Wie wird Asthma behandelt und was kann ich tun?  

Je früher Asthma diagnostiziert wird, desto besser für den weiteren Krankheitsverlauf. In der Regel ist Asthma nicht heilbar, jedoch kommt es sehr vereinzelt zu Heilungen, wenn die Diagnose sehr früh im Kindesalter gestellt und das Asthma erfolgreich behandelt wird.  In jedem Fall ist es also empfehlenswert, Verdachtssymptome fachärztlich abklären zu lassen. Hierzu kannst Du zum Beispiel online einen Termin für eine Videosprechstunde vereinbaren (und auf diese Weise Ärzte in ganz Deutschland erreichen) oder Du buchst Dir Deinen Online-Termin bei einem Facharzt in Deiner Nähe. Egal, wie Du dabei vorgehst: schieb es nicht auf. Von allein wird es nicht besser. Ist die Diagnose gesichert, kommen zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten in Betracht, vor allem:  

  • das Finden und konsequente Vermeiden der Auslöser 
  • die Einnahme der verordneten Medikamente
    (Ob diese nur im Bedarfsfall oder regelmäßig eingenommen werden müssen, entscheidet der Arzt). In der Regel werden vor allem Medikamente zum Inhalieren, empfohlen, weil dann die Nebenwirkungen geringer sind (sie enthalten meist Cortison, das gegen die Entzündung wirkt.) 
  • die Teilnahme an Patientenschulungen 

Ziel dieser Schulungen ist es, den Patienten durch Techniken und Verhaltensweisen ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. Schwerpunkte sind dabei:  

  • das Erlernen von Entspannungs- und Atemtechniken (z. B. Lippenbremse) 
  • das Erkennen und einschätzen der Beschwerden 
  • das richtige Benutzen eines Inhalators 
  • die richtige Dosierung der Medikamente und deren Anpassung an die Beschwerden 
  • das Messen des Peak-Flow-Wertes (inkl. Dokumentation) 
  • das Erlernen atemerleichternder Körperhaltungen: (z. B. Kutschersitz, Torwarthaltung)
  • Selbsthilfe-Techniken erlernen bei Atemnot   

Weitere sinnvolle Maßnahmen sind außerdem:

  • nicht zu rauchen
  • regelmäßig körperlich zu trainieren.
    Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie laufen, schwimmen, wandern, radfahren, Inline-skating oder tanzen.
    Nach Rücksprache mit Deinem Arzt kannst Du problemlos regelmäßig Sport treiben und die Belastung nach und nach steigern  
  • Übergewicht vermeiden
  • ein persönliches Dokument für eine Behandlung im Notfall bei Dir tragen, in dem die Erkrankung, Auslöser und Medikamente vermerkt werden 

Wie kann ich einem Asthmatiker im Notfall helfen? 

Als Nicht-Betroffener Zeuge eines Asthma-Anfalls zu werden, löst erst einmal Panik aus. Du möchtest helfen, weißt aber nicht wie? Dann orientiere Dich an folgenden Punkten:  

  1. Bleib ruhig! Panik und Hektik verstärken die Atemnot. 
  2. Hilf dem Patienten, eine Körperhaltung einzunehmen, die die Atmung erleichtert (Kutschersitz, Reitsitz, Torwarthaltung). 
  3. Hilf’ bei der Einnahme der Medikamente (gemäß dem hoffentlich vorhandenen Selbstbehandlungsplan). 
  4. Ruf einen Arzt, wenn die Beschwerden anhalten  


Quellen: 

Lungenärzte im Netz: Asthma Bronchiale [09.10.2020]
Gesundheitsinformation (aktualisiert: 2017, 15. November): Asthma [09.10.2020]
Deutscher Allergie- und Asthmabund: Asthma [09.10.2020]

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