Arthrose - Schmerzen bei jeder Bewegung

Bei 20,3 % der Personen zwischen 18 und 79 Jahren wurde laut der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) bereits eine Arthrose (Gelenkverschleiß) ärztlich festgestellt.  Für jede fünfte Person ist Arthrose somit bereits ein konkretes Thema gewesen. Personen in fortgeschrittenem Alter erkranken vergleichsweise häufiger an Gelenkverschleiß. Jede zweite Frau und jeder dritte Mann über 60 Jahren erkrankt in Deutschland an Arthrose – diesen Wert veröffentlichte der Präsident des Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (KGUO), Dr. Manfred Neubert.  

Was ist Arthrose, welche Symptome gibt es und wie gestaltet sich die Behandlung?  

Was ist Arthrose?

Arthrose bezeichnet einen oftmals altersbedingten Gelenksverschleiß im fortgeschrittenen Stadium, bei dem zunächst die Knorpel der Gelenke beschädigt werden. Sind diese stark abgenutzt, kommt es zu einer Reibung der Gelenkoberflächen. Eine Entzündung im Gelenk verursacht eine Schwellung und kann zu starken Schmerzen führen. Der fortlaufende Schmerz, der dann auch chronisch werden kann, beeinträchtigt die Bewegungsfreiheit eines/r Arthrosepatient*in im gewohnten Tagesablauf. Speziell bei jüngeren Sportler*innen können vergangene, nicht auskurierte Verletzungen zu einer Arthrose führen. 

Welche Symptome weist Arthrose auf? 

Grundlegend hat Arthrose unterschiedlich starke Ausprägungen. Dementsprechend können sich auch die Symptome bei Betroffenen unterscheiden. Es gibt allerdings folgende Anzeichen, die sehr häufig auftreten: 

  • Bei den ersten Bewegungen (z.B. Gehen) nach längerem Ruhen kann es zu einem gewissen Anlaufschmerz kommen. Dies kann vor allem nach dem Aufstehen von einem Stuhl oder aus dem Bett passieren.
  • Eine kurze Morgensteifigkeit der Gelenke sollte nicht länger als 30 Minuten andauern, doch die Gelenke benötigen Zeit, um warm zu werden.
  • Bei leichtem Druck, z.B. durch Sport ausgelöst, treten starke Schmerzen im Gelenk auf.
  • Ein unangenehmes Reiben oder Knirschen ist zu spüren, sobald man sich bewegt.
  • Wirkt ein Gelenk über einen längeren Zeitraum andauernd leicht geschwollen, sollten Ärzt*innen aufgesucht werden, denn dies kann ein Anzeichen für Arthrose sein.

Risikofaktoren

Verschiedene Faktoren können das Stadium der Arthrose beeinflussen. Welche genetischen Veranlagungen eine Rolle spielen können, ist von Patient*in zu Patient*in differenziert zu betrachten. Einige grundlegenden Risikofaktoren sind: 

  • Geschlecht: Frauen erkranken, vor allem im Alter, statistisch gesehen häufiger an Arthrose. 50% der Frauen und 30% der Männer erhalten ab dem 60. Lebensjahr laut dem Deutsche Arthrose-Hilfe e.V die Diagnose Arthrose.
  • Übergewicht: Liegt der Body Mass - Index bei 25 oder höher, spricht man von Übergewicht. Dieser Wert errechnet sich aus dem Körpergewicht durch die Körpergröße². Demnach kann Übergewicht aufgrund der Belastung auf die Gelenke wie Knie, Hüfte und Wirbelgelenke, zur Entstehung von Arthrose beitragen.
  • Verletzungen: Zurückliegende Verletzungen, die zu einer Instabilität des Gelenks führen, können zu einer Arthrose beitragen, z.B: Knochenbrüche oder Kapsel-Band-Verletzungen.
  • Gelenkbelastung durch Beruf oder Sport: Teils starke Belastung der Gelenke durch ständiges schwer Heben oder Tragen fördert Verschleißerscheinungen. Diese können weiter ausgeprägt zu Arthrose führen.
  • Gelenkfehlstellungen: Eine Gelenkfehlstellung wie die X-Bein-Stellung oder eine leichte Hüftgelenks-Fehlstellung führen zu einer ungleichmäßigen Belastung. Als Folge kann es zur Arthrose der jeweiligen Gelenke kommen. 

In Deutschland ist der Gelenkverschleiß der Hüfte (Coxarthrose) am häufigsten zu finden. Gefolgt von der Arthrose in den Knie- oder Wirbelsäulengelenken (Gonarthrose & Spondylarthrose). Betroffene Gelenke sind außerdem z.B: Handgelenke (Heberden-Arthrose), Sprunggelenke (Sprunggelenkarthrose) oder Schultergelenke (Omarthrose). 

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? 

Wurde bei Dir Arthrose diagnostiziert, gibt es durchaus Therapiemöglichkeiten, die zum einen die Schmerzen etwas erträglicher gestalten und auch die körperliche Bewegungsfreiheit wieder zurückgeben können. Man unterscheidet hierbei zwischen der konservativen Therapie, ohne Operation und der operativen Therapie, mithilfe eines medizinischen Eingriffs. 

Konservative Therapie 

Wird Arthrose ohne jegliche Operation behandelt und therapiert, so erschließen sich Methoden mithilfe von physiotherapeutischen Maßnahmen wie z.B Massagen, Wärme- oder Kältebehandlungen.

Des Weiteren sind orthopädische Hilfsmittel (wie Schienen oder Gehhilfen) eine gute Möglichkeit, um die Gelenke zu entlasten und Schmerzen zu lindern. Dennoch ist es wichtig, die Gelenke in Bewegung zu halten, etwa durch moderates Radfahren. Dadurch werden diese leicht beansprucht. Dies kommt ebenfalls der Gelenkflüssigkeit zugute und beugt Verspannungen vor. Muskelgruppen werden bei leichter Bewegung entlastet und der Kreislauf wird angeregt. 

Operative Therapie 

Eine operative Therapie ist entweder als therapeutische Gelenkspiegelung (Arthroskopie) oder als Eingriff eines künstlichen Gelenks (Endoprothese) möglich. Die Arthroskopie wird beispielsweise bei Arthrose am Knie, an der Schulter oder der Hüfte durchgeführt. Oftmals werden Gelenkspiegelungen auch als Ausgleich von Fehlstellungen (Osteotomie) angewandt. Bei Patient*innen, meist ab dem 60. Lebensjahr, wird der künstlicher Gelenkersatz zur Wiederherstellung der Gelenksfunktion am häufigsten eingesetzt.  

Zum Schluss sei gesagt: Eine schonende Bewegung ist besser als keine Bewegung. Treten hierbei allerdings andauernd Schmerzen auf, hilft nur ein Arztbesuch. Die Symptome einer Arthrose können von einem leichten Druckschmerz in den Gelenken bis zu stark beeinträchtigenden Beschwerden reichen. Mithilfe einer operativen und konservativen Therapie lässt sich diagnostizierte Arthrose behandeln.

Bitte beachte, dass alle Informationen für diesen Beitrag sorgfältig recherchiert wurden, jedoch keine fachärztliche Beratung oder Behandlung ersetzen und nicht dazu genutzt werden dürfen, selbst eine Diagnose zu erstellen oder eine Behandlung zu beginnen. Dazu kannst Du ganz einfach online einen Termin für eine Videosprechstunde bei einem Facharzt oder einen persönlichen Arztbesuch in der Praxis Deiner Wahl buchen.


Quellen: 

Aerzteblatt.de (Stand: 2016, 14. Juni): Arthrose [02.07.2021] 
Deutsche Arthrose - Hilfe e.V. (Stand: 2021, 01. Juli): Arthrose Behandlung [02.07.2021] 
Gesundheitsstadt - Berlin. de (Stand: 2016, 04. Oktober): Warum Frauen häufiger an Kniearthrose leiden [01.07.2021]
Heinisch, D. (Stand: 2017, 22. Mai): Ernährung bei Arthrose [03.07.2021]

Klein, C. (Stand: 2014, 01. Juli): Gelenkverschleiß bei Arthrose [01.07.2021]
Nagel, G. (Stand: 2021, 12. März): Arthrose [01.07.2021]
Ostermeier, S.: (Stand: 2021, 01. Juli): Arthrose vorbeugen: Ernährung und Bewegung [02.07.2021]

Über den Autor